Aus Respekt zum Hund


Entwicklung

Rettungshundesport im SV
und Erfolge unseres Vereins
(Walter Hoffmann)


Beginn des Rettungshundesports im SV

Im Jahr 2000 wurde erstmals die Idee zur Übernahme des Rettungshundewesens im SV mit dem Bundesausbildungswart Hans Rüdenauer diskutiert und in der Folge über den Ausbildungsausschuss in der Bundesversammlung das Amt eines Beauftragten für die Spezialhundeausbildung eingeführt. Dieses Amt wurde aufgrund der bereits geführten Recherchen einstimmig mir übertragen. 
Schnell stellte sich heraus,  dass ein großes Interesse geweckt worden war und eine für sportliche Zwecke sinnvolle Prüfungsordnung zu erarbeiten sei. Sie wurde gemeinschaftlich mit Andreas Quint, dem diesbezüglich bereits erfahrenen Vertreter von der Wiesbadener Feuerwehr, erarbeitet. In der Folgezeit haben wir dann auch das Problem der Prüfungen und Prüfungsrichter erarbeitet. 
Dem Wunsch des damaligen Ausbildungswartes, den SV als Einsatzorganisation aufzubauen folgte ich nicht, da aus logistischen und vor allem auch monetären Gründen, die Hilfsorganisationen weiterreichende Aufgaben haben als ein kynologischer Zuchtverein.   

Mit der Vorgabe, besonders in diesem Bereich eine Kooperation mit Hilfsorganisationen herzustellen, lernte ich im Rahmen einer Vortragsreihe in Österreich den damaligen Präsidenten der internationalen Rettungshundeorganisation (IRO), Herrn Dr. Wolfgang Zörner kennen. Es entstand ein reger fachlicher Austausch über die Sportvariante des Rettungshundes als Basis für die Einsatztauglichkeit. Ich habe mich daraufhin mit der Struktur der IRO und vor allem dem Prüfungssystem dieser Welt umfassenden Organisation beschäftigt, IRO-Prüfungen besucht und erkannt, dass eine Parallele zu unserer Schutzhund Prüfung (SchH) erkennbar war. 

"Das ist es!" Mit dieser Begeisterung habe ich dann in Wanne-Nord mit meinem Hunden das Training aufgenommen, einige Mitglieder begeistern können und so auch gemeinsam erste Prüfungen erfolgreich absolviert.

2003 wurde der SV im Rahmen eines internationalen Symposiums mit anschließender Delegiertentagung in Prag Mitglied der IRO und hat von da an eine intensive Zusammenarbeit gepflegt. Besonders förderlich für die Entwicklung war die hervorragende Zusammenarbeit mit dem SV- Geschäftsführer Hartmut Setecki und den neu berufenen 19 Landesbeauftragten. Regelmäßige Treffen, Work Shops und Erfahrungsaustausch förderten im SV den bundesweiten Kenntnisstand. 

Nun entstand eine sehr intensive und vor allem zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit dem mir schon bekannten Präsidenten der IRO, seiner das Büro leitenden Assistentin Christiane Geritzer (s. Bild rechts) aus Österreich und dem Ausbildungsreferenten (im SV vergleichbar mit unserem Ausbildungswart) Otto Lanz (s. Bild links) aus der Schweiz. 

Gemeinsam haben wir nun damit begonnen, Leistungsrichter für den Rettungshundesport auszubilden und in einem spontan einberufenen Richterseminar unsere ersten Richter für die Abnahme der Rettungshundeprüfungen nach der übernommenen Prüfungsordnung der IRO qualifiziert. Diese Richter haben dann nach ausführlicher Prüfung die Lizenz erhalten, und zwar: 

Peter Arth (LG 15), Andreas Bender (LG08), Andreas Quint (LG 09), Yvonne Steinborn-Bartsch (LG 02) und Walter Hoffmann (LG 06).
Kurz darauf ergänzte Friedrich Reichert (LG 12) das Team. 

Mit der Initiative, Lehrfilme über die Prüfungen im Rettungshundesport zu erstellen war dann eine Herausforderung. Ein Schnellkurs, wie ein Drehbuch zu schreiben und Regie zu führen ist, musste reichen im Hinblick auf den Zeitdruck. Auf der Grundlage von detaillierten Drehbüchern entstanden nun international anerkannte Filmserien über die gesamte Palette des Rettungshundesports. Diese in deutscher und englischer Sprache produzierten Filme der Reivision nahmen einen recht hohen Zeitaufwand in Anspruch und waren ein großartiger Erfolg für das Rettungshundewesen im SV. 

Für die Kostenübernahme des SV hat sich seinerzeit der Präsident des SV, Wolfgang Henke (s. Bild) rührig eingesetzt. Das Engagement des hohen Funktionärs für das Rettungshundewesen war zu dieser Zeit sehr wichtig, hat uns motiviert und unsere Mitglieder begeistert, zumal auch die Geschäftsstelle, insbesondere der Geschäftsführer Hartmut Setecki immer wieder eingebunden war. Wolfgang Henke ließ es sich auch nicht nehmen, trotz recht schwieriger Schneeverhältnisse uns bei den Filmarbeiten auf dem Würzjoch in den Südtiroler Dolomiten zu unterstützen. 

Zwischen 2002 und 2007 entstanden eine Vielzahl von teilweise recht aufwändigen Filmen nicht nur über den Rettungshunde-, sondern aufgrund der Erfolgsserie auch über den Gebrauchshundesport.

Mit seinem großartigen Team hat Marco Reichel das Filmmaterial des SV stark bereichert, denn die in deutscher und englischer Sprache produzierten Filme waren weltweit begehrt. Auch die Flexibilität unsere Dolmetscherin Stefanie Dunion aus USA wurde nicht nur für den Rettunghundesport begeistert, sondern übersetzte in kurzer Zeit unser gesamtes Filmmaterial. Bis heute ist sie in USA Richterin und führt zahlreiches Seminare durch; dadurch wurde freilich auch das nun verständliche Filmmaterial über den Rettungshundesport mit Begeisterung gekauft.

Ein starkes Team: Marco und Walter

Das gesamte Rettungshunde-Team der OG Wanne-Nord war in die Filmarbeiten eingebunden, vor allem auf unserer Anlage.

Wenn die Filminhalte bezüglich der Beurteilung und veränderter Übungen auch nicht mehr der aktuellen IPO-R entsprechen, so sind doch die Elemente der RH-Prüfung sehr treffend herausgestellt. Das Media Studio Reichel hat es ermöglicht, mit Genehmigung des SV die Filme für unsere HP aufzuarbeiten.

Falls gewünscht ist also den Mitgliedern und Gästen unserer HP ein Blick in die sicher interessanten Filme möglich.

Parallel dazu wurde auch der VDH in den Rettungshundesport eingebunden. Hier ist es gelungen, mit dem damaligen BRH- Präsidenten Helmut Haller den VDH-Ausschuss zu initiieren und auch hier die weiteren deutschen Hundezucht- und Hundesportvereine zu integrieren. Zu dieser Zeit haben wir in unserer OG drei deutsche VDH-Meisterschaften (RHDM) im Zusammenhang mit der Internationalen IRO-Prüfung organisiert. 

Das Filmmaterial wurde nun eigens für unsere HP aufbereitet und kann über die nachfolgenden Links abgerufen werden

  1. Die frühere RH-E (Eignungsprüfung bis Ende 2018) wurde 2019 durch eine RH-V (Vorprüfung) ersetzt. In den Nasenarbeiten sind die Inhalte nur marginal verändert. Hier der Film: RH-E
    https://www.youtube.com/watch?v=bDfqKTXCwgE
  2. Film von der Fährte RH-Stufen A 

Mit unseren Hunden haben wir von 2004 bis 2018 an Deutschen VDH-Meisterschaften (RHDM), sowie an IRO und FCI Weltmeisterschaften teilgenommen, und zwar:

  • Walter Hoffmann mit Biene von Ungalant 2004 - 2006 2 x RHDM;
    ... und mit Amor vom Dorneburger Bach 2009 -2011 2 x RHDM, 2010 IRO-WM;
    vielfach IRO-und FCI WM als Fachrichter in allen Sparten und Oberrichter 
  • Barbara Ullrich-Kornadt mit Xander von Fidelius (Drago)
    2011 RHDM Brandenburg;  2012 IRO-WM in Romny (Ukraine)
  • Sabrina Czaplewski mit Easy von der Hundshardt 2011, 2012  RHDM; 2012 FCI-Team-WM  
    ... mit Amor vom Dorneburger Bach 2012 RHDM, 2012 FCI-WM
    ... mit Gisela vom Dorneburger Bach 2013 - 2018 5 x RHDM, 2014 -2018 3 x FCI Team-WM; und 2014 IRO-WM
  • Gabriele Luckscheiter mit (ASD) Wildsong´s Forgive and Forget "Jimmy"
    2011 - 2015 3 x RHDM; 2012 - 2018 4 x FCI Team-WM; 2015 IRO-WM
    1. SV-Mitglied mit bestandener int. zertifizierter  Einsatzprüfung












Die erfolgreichen Hunde sind nun Vergangenheit. 

Aufgrund der Initiative von Wolfgang Henke haben wir uns 2008 bis 2010 auch intensiv mit dem Therapiehundewesen, das wir in die Zuständigkeit des Spezialhundewesens einordneten, beschäftigt. Das Projekt "Wilhelm-Rein-Schule", eine Förderschule mit rd. 160 Kindern in Dortmund, war dazu ein großartiger Erfolg. Gemeinsam haben Barbara, Sabrina und Walter mit ihren Hunden einen Spezialunterricht eingeführt und einer Vielzahl von Kindern den Hund nahe gebracht. Ein Besuch unseres Vereins mit einer ganz speziellen Übungsstunde war dann auch dabei. Das Projekt Therapiehunde innerhalb unseres Vereins wurden in der Folgezeit nicht weiter gefördert, zumal auch der VDH und der DVG ebenfalls in diesem Fachbereich aktiv waren und sind. 

Der gesamte Rettungshundewesen und insbesondere der Rettungshundesport hat sich seit 2016 zunehmend verändert. Die Gründe dafür sind vielfältig und insgesamt doch bedauerlich. Zudem unterliegen spontane Aktionen zunehmend behördlichen Aufsichten und Einflüssen. Die RHDM wird in bisheriger Form nicht mehr angeboten und die internationale Darstellung nimmt stetig ab. 

Die Voraussetzungen sind auf unserer Anlage hervorragend. Möge es nun gelingen, mit einem neuen Team und guten Erfolgen die Darstellung nach außen wieder attraktiver zu machen.

"Glückauf"